Eröffnung am Freitag, den 10. September 2027, 19-21 Uhr
In Anwesenheit des Künstlers
Stille Berge, Nachtmeere und Weißes Land lauten die Titel jener Serien, die Michael Schnabel (*1966) in den letzten 25 Jahren international bekannt gemacht haben und die von zwei großformatigen Publikationen begleitet wurden. Mit seinen neuen Serien Bäume und Magnolien schlägt der Künstler ein neues Kapitel in seinem fotografischen Werk auf. Die Arbeiten erweitern sein bisher von tiefschwarzen nächtlichen Alpenlandschaften und hellweißen Arktisbildern geprägtes Werk um eine zurückhaltende, zugleich intensive Farbigkeit. Die winterlichen Kiefern der Serie Bäume erinnern in ihrer reduzierten Formensprache an japanische Kalligrafien. Tief verwurzelt im Erdreich, stehen sie für Widerstandskraft und Beständigkeit. Die Magnolien zeigen dagegen die Natur in einem Moment zwischen Aufbruch und Vergänglichkeit: Zartrosa Blüten entfalten sich vor dunklem Hintergrund und verbinden ungeheure Lebenskraft mit delikater Fragilität.
Im Zentrum von Schnabels Arbeiten stehen Stille, Schönheit und die Verbundenheit mit dem Naturmotiv. Seine Grönlandbilder sprechen von Unendlichkeit, Weite, Leere und Offenheit. Mit langen Belichtungszeiten und einer reduzierten Bildsprache schafft er Fotografien, die an der Grenze des Sichtbaren liegen und vertraute Motive in nahezu gegenstandslose Wahrnehmungsräume verwandeln. Diese Arbeiten strahlen eine Gelassenheit aus, als würde alles für einen Moment innehalten. An den Grenzen des Sichtbaren, fast bis zur Gegenstands-losigkeit, bezeugen diese Werke eine Überzeitlichkeit, die uns Menschen überragt.
Die neuen Arbeiten führen diese Auseinandersetzung mit Natur und Wahrnehmung weiter, setzen dabei jedoch einen überraschenden Akzent: Farbe tritt erstmals deutlicher hervor, ohne die für Schnabel charakteristische Ruhe und Konzentration aufzugeben.